Verbiss

Töchter und Väter, Väter und Töchter
  • Gesamtwertung
4

Verbiss

Wer die Kriminalromane um Franziska und ihren Hund Flipper (groß und schwarz, aber im Kern eine „Seele von Mensch“) kennt, der sollte sich vom Titel dieses Buches nicht in seiner guten Meinung von Flipper irritiert fühlen. Denn Flipper wird sich nicht „verbeißen“.

Erstens weiß der Hund in der Regel schon, wer Freund und Feind ist und zweitens findet Flipper meist elegantere Wege des Zugangs zu Menschen (von „FT“ der „fetten Tochter“ bis hin zur Tierheilpraktikern).

Aber ein „Verbiss“ spielt schon mit die entscheidende Rolle später, bei der Lösung dieses verzwickten Falles. Und es sind nicht hier und da beschworen „Vampire“, die ihre Fangzähne in einen Hals versenken, auch wenn ein Sarg eine gewisse Rolle spielen wird.

Zunächst aber muss sich Franza in ihrer Eigenschaft als Sport- und Körpertrainerin einer fast unmöglichen Aufgabe stellen. Celina, die sehr füllige Tochter des Ministerialbeamten Clemens von Lübtow (beide stehen im rege angespannten Verhältnis zueinander) hat abzunehmen. Oder der Weg ins Internat droht). Ein Klima, in das Flipper hier und da leichte Entspannung bringen kann, das aber keine sonderlich guten Voraussetzungen für eine sportliche Arbeit mit sich bringt.

Zudem verschwindet „CvL“, wie er von seiner Tochter Celina (Der „FT“) nur genannt wird, spurlos. Was ab einem gewissen Zeitpunkt zum einen auffällt und zum anderen den aktuellen Lebens- und Liebesgefährten Franziskas, den Kriminalpolizisten Felix, auf den Plan ruft. Der allerdings von Franziskas Verbindung zum Hause Lübtows nichts ahnt…. Und so sich bald in der Zwickmühle der Ermittlungen befinden wird.

„Sein Ruf ist nicht so makellos, wie es den Anschein hat. Aber man muss schon ein bisschen bohren“. Was Franziska tut, keine Frage.

Wer aber hat nun den Mann entführt und warum und wo ist er? Politische Gegner? Eine Jugendgang, Freunde der Tochter? Celina gar selbst? Die Haushälterin aus Eifersucht? Lebt der Mann oder wurde seine Leiche irgendwo verscharrt?

Spannung genug gab es im Umfeld ja auf vielen Seiten.

„Der CvL war ein Arschloch. Ist ein Arschloch und wird immer ein Arschloch bleiben“.

Das sind die Ermittlungswege, an denen sich Franziska, wie gewohnt, mit Flipper intensiv beteiligt und irgendwann selber in hohe Gefahr geraten wird. Ermittlungswege mit einem weiteren Toten, mit überraschenden Wendungen und Auflösungen, denen der Leser gerne und mit Spannung folgt.

Vor allem auch, weil es Michaela Seul versteht, ihren Figuren unaufdringlich Farbe und Leben einzuhauchen. Zwar ist hier und da ein „Felix“ zu lieb geraten, aber von der polnischen Haushälterin über die renitente und „schwere“ Tochter bis hin zu Franziska und Flipper selbst wirken die Personen allesamt lebendig, differenziert und mit zu erforschenden Tiefen versehen.

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