Rette mich vor Dir

Fortsetzung des Kampfes gegen das „Reestablishment“
  • Gesamtwertung

Zusammenfassung

Alles in allem hier und da zu langatmig, dennoch aber weiterhin spannend und in sich schlüssig in ganz eigenem Stil gestaltet.

4

Rette mich

Juliette ist sicher. Zunächst. Im geheimen Stützpunkt der Rebellen gegen das „Reestablishment“ in einer zerstörten, vom Hunger weggefegten Welt.

Doch, wenn sie ehrlich ist, viel hat sich an der einengenden äußeren Situation für sie nicht geändert. Sicher, sie ist frei. Doch weiterhin heißt es, sich im begrenzten Schutzraum aufzuhalten, sich selbst zu sortieren und mit ihrer „Gabe“ (bei Körperkontakt „saugt“ sie die Lebenskraft aus dem anderem) Umgang zu finden. Einen Umgang, der helfen soll im Kampf um die Freiheit der Welt und einen neuen Anfang.

Dabei hat Juliette massig mit sich selbst doch eher zu tun. Ihre tiefen Gefühle für Adam, ihr Suchen nach sich selbst und einem Umgang mit ihren auch Schuldgefühlen.

So bietet diese Fortsetzung von „Ich fürchte mich nicht“ zunächst über weite Strecken eine Klärung von Beziehungen vor allem. Die handelnden Personen werden in ihrer eigenen Geschichte intensiv vorgestellt (mit durchaus massiven Überraschungen, was vor allem das „Familienleben“ Adams angeht) und in ihren Beziehungen zueinander weiter ausformuliert (mit auch Härten, was Juliette und Adam angehen wird).

Zudem entfaltet Juliette, immer noch eher unkontrolliert, mehr und mehr ungeahnte Kräfte. Die wichtig werden im zweiten Teil des Buches. Denn das „Reestablishment“ ruht nicht und der „Oberkommandierende Anderson“ ergreift mit aller Härte die Initiative Doch auch er hat seine Rechung ohne den „Beziehungsstatus“ gemacht, vor allem, was seinen Sohn angeht.

Auch in dieser Hinsicht werden sich in diesem Band wichtige Hintergründe klären und sich die enge Verbindung vieler der Beteiligten auf beiden Seiten der Kampfzone klären.

Liebesgeschichte unter ungünstigen Voraussetzungen, Klärung von Beziehungen, ein starker Schwerpunkt auf der inneren Entwicklung Juliettes (die oft wie in sich eingesperrt wirkt), das sind die Themen dieser Fortsetzung von „Ich fürchte Dich nicht“. Sich selbst finden, für die eigene innere und äußere Freiheit einen Weg finden und einstehen, für dieses Grundthema mitsamt dem klassischen Kampf „Gut gegen Böse“ differenziert Mafi nun ihren inneren und äußeren Rahmen gründlich aus. Was, das sollte man nicht verschweigen, hier und da auch zu Längen im Buch führt. Seitenlange Reflektionen und Dialoge, die das Tempo hier und da doch stark zurücknehmen. Man kann dieses Buch daher auch als typisches „Zwischenbuch“ bezeichnen und davon ausgehen, dass in einem folgenden Band die Konfrontationen zunehmen und auf breitere Ebene gestellt werden.

„Ich bin bereit, etwas zu tun, das ich garantiert bereuen werde, aber jetzt ist mir das egal. Ich bin es leid, nett zu sein, ich bin es leid, ängstlich zu sein. Ich fürchte mich vor gar nichts mehr“.

Das zu erreichen ist das Ziel Juliettes, dass sie mit vielen Erschwernissen und auch äu0eren Gefahren für sich und die ihren in diesem Roman lesenwert angeht.

Stark werden, das ist das Thema, Und dabei die eigenen ständigen Skrupel überwinden.

„Das Grauen in seinen Augen finde ich vergnüglich“.

Haltungen, die zeigen, dass Juliette sich beginnt, intensiv zu verändern und sich selbst zu finden.

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