God around the clock

Gradlinig, klar und dem Glauben hilfreich
  • Insgesamt
5

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Klare Kante, was seinen Glauben angeht, zeigt Martin Dreyer schon seit jungen Jahren. Sei es als Gründer der „Jesus Freaks“, sei es als Verfasse der „Volx Bibel“, der Theologe steht offensiv zu seinem sehr persönlich geprägten Glauben. Und wendet sich, trotz seiner inzwischen auch schon vorangehenden Lebensjahre, im Ausdruck eher an jüngere Menschen, an die, die es „rocken lassen“ wollen. Was aber, vorweg gesagt, gereifte Leser nicht abhalten sollte, einen Blick in das Buch zu werfen, überwiegend nutzt Dreyer einen eher „altersneutralen“ Schreibstil mit nicht allzu störender „Jugendlichkeit“.

In diesem neuen Buch wählt Dreyer konkrete Bibeltexte zu Tageszeiten und, vor allem, Themen des Lebens im Rahmen eines vielleicht ganz alltäglichen Ablaufes (ohne Krisenzeiten auszusparen, auch wenn diese zum Glück nicht „alltäglich“ sind).

Vom „verfluchten Wecker“, über den Dreyer zum „verfluchten Feigenbaum“ hinleitet bis hin zur möglichen Krise und existentiellen Überlegung nach durchwachter Nacht (oder am frühesten Morgen, wie man es nimmt) in Verbindung mit dem Vertrauen des Petrus, der aus dem Boot klettert und aufs Wasser geht (was solange gut geht, wie er Jesus vertrauend im Blick hat) reicht die Tageszeiten- und Themenbreite des Buches.

Von der grundlegenden „Sehnsucht nach Anerkennung“, die durchaus ein Motiv für das morgendliche Aufstehen und den Weg zur Arbeit mit ist über das „Schmecken und Genießen“ zu Mittag, das „Kraft tanken“ in der Stunde danach, vom „Überwinden von Mauern“ zum anderen Mitmenschen hin (aber auch innerlich) zum „lustvollen Leben“ als Start in die Freizeit des Tages bis zu grundlegenden Überlegungen des Lebens wie „Falsch leben – richtig leben“ und „Tod und Leben“ führt Dreyer den Leser immer mittels eines ausgewählten Bibeltextes und einer klaren Struktur in der Auslegung zu seiner Sicht der Dinge aus dem Glauben heraus.

In den eigenen Texten wählt Dreyer hierzu eine klare und einfache Sprache, die gut zu lesen, zum Glück nicht „modern umgangssprachlich“ und in der Ansprache sehr persönlich gehalten ist. Eigen Erlebtes, eigene Gedanken vermischen sich hier mit biblischen Aussagen und allgemeinen Betrachtungen in einer Art und Weise, die sehr eingänglich und angenehm zu lesen vorliegt.

Die biblischen Texte allerdings (er kann es nicht lassen) sind, wie gewohnt, von starker „Jugendsprache“ geprägt („kein bisschen Zweifel“, „noch viel krassere Sachen machen“, „Hey, ich habe euch hier ganz viele Sachen gegeben, die man anpflanzen kann“ usw.).

Was für die „Volx Bibel“ frisch und neu und gut war, was aber in diesem Band gerade im Vergleich zur den zwar einfachen und direkten, aber doch eben nicht umgangssprachlich verfassten eigenen Auslegungen nicht so ganz passen will. Als müsste hier einer noch mal aber „ganz locker“ auch die jüngeren der Jugendlichen direkt ansprechen.

Bis auf dieses Missverhältnis aber bietet Dreyer fassbare, klare und bedenkenswerte Gedanken, auch für Leser, die nicht seinen entschiedenen und sehr persönlichen Glauben für sich selbst annehmen würden. Es sind eben doch auch „zeitlose Themen“ und Möglichkeiten auf Antworten für das Leben, die Dreyer unaufdringlich und doch entschieden dem Leser mit an die Hand gibt.

Seine „Wordels“ (graphische Textdarstellungen des jeweiligen Kapitels) sind gewöhnungsbedürftig, ob mit diesen wirklich ein umgehendes „Wiedererinnern“ an die Inhalte spielerisch sich einstellt, das sollte jeder Leser für sich selber dann erproben.

Alles in allem frisch, klar und direkt bietet Dreyer gedanklich reflektierte und sprachlich eingängige „Antworten des Glaubens“, die immer wieder gelesen und bedacht werden können, nicht nur an einem Tag des Lebens.

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