Anhaltspunkte für hochschuldidaktische Interventionen
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Insgesamt
Immer noch spricht die Statistik eine ganz klare Sprache in Bezug auf Zugang und Absolvierung eines Studium: In Deutschland zumindest entscheidet die soziale Herkunft maßgeblich über den Bildungsweg. Und dies bei, im Vergleich, immer noch unterdurchschnittlichen Studierquoten im Land.
„Wie kann in dieser Lage eine gleichberechtigte Teilhabe an einem Studium erreicht werden….. weil das „Bürgerrecht auf Bildung“ konstitutiv für unsere Gesellschaft sein sollte“?
Das ist die Ausgangs- und Leitfrage dieser Untersuchung und Darstellung eines empirischen Interventionsprojektes zu hochschuldidaktischer Gestaltung. Vor allem auf dem Hintergrund der nun durch den Bologna Prozess gestuften Studiengänge. Was nu sind die Barrieren für ein Studium unter diesen neuen Regeln? Wie könnten diese von Hochschulseite aus gesenkt werden? Wichtige Fragen angesichts dessen, dass die Bologna Reform gerade jene Zugangsbarrieren ebenso senken wollte, wie die Zahl der Studienabbrecher und doch erste Zahlen, die ein deutliches „Haken“ in der Umsetzung konstatieren.
Die Kernkompetenz für eine gelingende Umsetzung der Bologna Reform und eine konstruktive Veränderung für die Studierenden selbst sieht Bülow-Schramm und die diversen Autoren der einzelnen Beiträge vor allem in der Hochschuldidaktik, die im Reformprozess selbst deutlich zu wenig eingebunden worden ist. Dies nun aber ist nötig einzubinden, weil in den hochschuldidaktischen Möglichkeiten jene Transparenz und Chancengleichheit herstellbar wäre, die im bis dato einen Verwaltungsreformprozess eben nicht die inhärenten Zeile der Reform mitbeachtet wurden.
Kompetenzorientiertes Prüfen, Wissensunterschiede erkennen und bearbeiten, Herstellung von Employability, Antworten auf die Frage, wie eine eine Studienorientierung gelingt und auch Einlassungen zu dem, was Studierende brauchen, um die Selbststudienanteile füllen zu können (die immerhin als „wesentliche Lernzeiten“ in den neuen Studiengängen implementiert sind), dies sind die wesentlichen Themen und Leitlinien der Beiträge im Buch.
Was also im Studium geschehen kann, damit Studierende erfolgreich sind.
Bei weitem aber ist die vorliegende Darstellung des Forschungsprojektes nun kein einfacher Ratgeber für Studenten oder Lehrende, der im Sinne einer „Gebrauchsanleitung“ Instrumente für einen erfolgreichen Zugang zum und ein erfolgreiches Bestehen des Studiums an die Hand gibt. In wissenschaftlich komplexer Sprache findet der Leser hier die Erträge einer hochschuldidaktischen Untersuchung, gestützt durch die Auswertung empirischer Projekte. Mithin ein aktueller und wichtiger Beitrag zur Diskussion darüber, durch welche Faktoren Studienverläufe günstig oder ungünstig beeinflusst werden. Hierbei ist der Teil des Buches, der die „Erträge vor Ort“ aufbereitet, als Schwerpunkt gesetzt und bietet aus vielfacher Sicht eine Blick auf die „Notwendigkeit kleiner Schritte“, aber auch, welche Schritte gangbar zunächst im Raume stehen.
Alles in allem bietet Margret Bülow-Schramm eine wichtige Reflektion des Status Quo und eine Orientierung „zum Besseren“ hin durch hochschuldidaktische Interventionen und Maßnahmen, die nun intensiv der Diskussion zugeführt werden sollten und den Vorteil besitzen, nicht erst ganze Kabinette bewegen zu müssen für kleinste Veränderungen, sondern in der Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Hochschule gemeinsam mit entwickelt werden können.