Arbeitsmarkt 2030

Prognose und Handlungshinweise
  • Insgesamt
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Arbeitsmarkt 2030

In hoher Differenzierung macht es sich dieses Buch zur Aufgabe, eine belastbare Prognose im Blick auf Demografie, Beschäftigung, Bildung und den Arbeitsmarkt im allgemeinen für Deutschland zum Jahre 2030 auf der Basis vielfacher Daten hin zu untersuchen.

Zurückgehend auf einen Auftrag des Bundesministeriums für arbeit und Soziales von 2011 machen sich die Autoren daran, belastbare Voraussagen zu treffen und absehbare Tendenzen fundiert zu benennen. Nicht nur, aber auch zur Erstellung eines „Frühwarnsystems“ zur besseren Abschätzung von Arbeitskräfteengpässen und zur zielgerichteten Ergreifung von Maßnahmen zur Arbeitskräftesicherung.

Mit insgesamt sieben Modulen (Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften unter Berücksichtigung von Rückkoppelungen auf den Arbeitsmarkt) und unter Berücksichtigung der Arbeitsmarkströme entstand so ein durchaus flexibles, im Buch in verschiedenen Simulationen verdeutlichtes, Modell, in dem auch mögliche Reaktionen von Politik und Wirtschaft als Variablen mit eingebaut und mitbedacht wurden (hier werden aktive Eingriffe der Politik zur Sicherung des Fachkräftekonzeptes vorausgesetzt).

Angesichts einer (ebenfalls im Buch schlüssig aufgezeigter) demografischen Entwicklung, die 2ungünstiger kaum sein kann“, formulieren die Autoren im folgenden fundiert argumentiert wichtige Eckdaten für eine Sicherung gegen Arbeitskräftemangel.

Die Beschäftigungssicherung für ältere Arbeitskräfte, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, verlängerte Arbeitszeiten, Aktivierung durch hohes finanzielles Risiko der Arbeitslosigkeit, Chancen durch berufliche Bildung (wobei hier die Weiterbildung im beruf zur wichtigsten Bildungsquelle gesetzt wird), Benennung der Risiken unzureichender Bildungsinvestitionen, Integration und qualifizierte Zuwanderung sind die „großen Themen“, die im Buch im Einzelnen jeweils in die Themenfelder eingearbeitet werden und, zu guter Letzt, darauf energisch hinweisen, das der Strukturwandel von der „Dienstleistungsgesellschaft“ hin zur „Wissensökonomie“ jener Entwicklungspfad ist, der von allen Seiten bestmöglich flankiert zu beschreiten sein wird. Unter Berücksichtigung eines jetzt schon absehbaren starken Strukturwandels der (deutschen) Arbeitswelt.

Nach dem ersten „Turnaround“ vor etwa einem Jahrzehnt sehen die Autoren Deutschland vor einer erneuten, strikten Zäsur durch den demografischen Wandel stehen. 2Schrumpfung und Alterung“ sind die Kernprobleme des Arbeitsmarktes, die es durch eine Vielzahl von Maßnahmen aufzufangen gilt.

Um dies nicht im Vagen stehen zu lassen, legen die Autoren am Ende des Buches ein (nicht ausgefeiltes, aber in den Grundlinien klar erkennbares) Reformprogramm vor, dass im Blick auf Wirtschafts- und Sozialpolitik (Wissensökonomie), Arbeitsmarktpolitik (Beibehaltung und Ausbau der Hartz Reformen, Steigerung der Frauenquote, altersgerechte Arbeitsplätze u.v.m.) und auf die Bildungspolitik (Humankapital ist wichtigster Faktor des Arbeitsmarktes, Bildung als lebenslange „Aufstiegschance“ auch zu verstehen) klare Leitlinien formuliert.

Unterlegt mit einer Vielzahl von Statistiken und Begründungen für den formulierten Ausblick findet sich in dieser Studie eine fundierte, differenziertet und überzeugende Analyse des Ist-Zustandes und ein gewichtiger und ebenso fundierter Ausblick auf die mittelfristige Entwicklung und die Chancen der Arbeitswelt zum Jahre 2030 hin. Vielfache Teile der Untersuchung sind bereits im gegenwärtigen politischen Diskurs erkennbar angekommen, die politische und wirtschaftliche nachhaltige Ausrichtung auf Bildung als Kernelement einer zukünftigen Arbeitswelt und einer Erhaltung von Wohlstand und wirtschaftlicher Kraft scheint in ihrer Bedeutung erkannt, wenn auch noch nicht in konkrete Programme vorgelegt zu sein.

Alles in allem bildet das Buch eine fundierte und gewichtige Grundlage für die weitere Diskussion und Arbeit an der Sicherung des Arbeitskräftebedarfes in Deutschland.

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